 
http://www.darmstaedter-echo.de/suedhessen/template_detail.php3?id=385521 Sonnenblumen am dunklen Himmel Heinerfest-Finale: Auf das Stelzentheater folgt ein Musikfeuerwerk im Herrngarten Üblicherweise findet man Hortensien, Chrysanthemen und Dahlien beim Blumenhändler oder im Gewächshaus. Doch zum traditionellen Abschlussfeuerwerk des Heinerfestes erleuchteten diese Gewächse als bunte Feuerwerkskörper den Nachthimmel. Denn Feuerwerker stellen ihre Kreativität nicht nur am Himmel unter Beweis, sondern auch in der Namensgebung ihrer Raketen: „Sonnenblumen“, „Schmetterlinge“ und „Saturnbomben“ sind nur einige Beispiel dafür. Doch bevor es so weit war, konnten sich die Heinerfestbesucher noch an einer farbenfrohen Revue am Pavillon im Herrngarten erfreuen. Clowns-Comedy, Trommelrhythmen und Stelzentheater: eine ungewöhnliche Mischung, die in diesem Jahr das Abschlussprogramm für das 56. Heinerfest bildete. Sabine Welsch, Geschäftsführerin des Heimatvereins Darmstädter Heiner, erklärt dazu: „Das Programm ist in dieser Form nicht eingekauft, sondern mit der Zeit so gewachsen.“ Den Anfang machte der gebürtige Bostoner „Rudi Rudini“, den Welsch als „begnadeten Comedian“ bezeichnet. Der Clown stand auch schon in Japan auf der Bühne und wirkte bei André Hellers „Luna Luna“ mit. An diesem Abend brachte er ein nicht ganz ernst gemeintes Eifersuchtsdrama auf die Bühne. Das Besondere: Die Akteure stammten allesamt aus dem Publikum. Erwartungsgemäß konnten die Laiendarsteller es ihrem strengen Regisseur nicht Recht machen – und er war schnell einem gespielten Herzinfarkt nahe. Als im Anschluss „Djerimba“ ihre Trommeln schlugen, füllte sich der Platz merklich. Das Schlagzeugensemble der Akademie für Tonkunst hat in der Vergangenheit schon etliche Preise gewonnen. In diesem Jahr erreichten sie beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ erneut eine gute Platzierung. „Für ein bisschen mehr Melodie treten Djerimba heute mit Teilen der Akademie-Bigband auf“, ließ Moderator Sven Henkel die Zuschauer wissen. Heraus kamen dabei recht anspruchsvolle Interpretationen bekannter Filmmusik von „Mission Impossible“ oder auch „Star Wars“. Die „Revue Mystique“ des „Zebra Stelzentheaters“ bildete den phantasievollen Höhepunkt des Programms. In futuristisch anmutenden Kostümen in schillernden Farben staksten die Künstler durch das erstaunte Publikum. „Der sieht ja zum Fürchten aus“, kommentierte eine Zuschauerin eine fackeltragende Gestalt mit afrikanischer Maske. Leichtfüßig, so als stünden sie nicht auf über einen Meter hohen Stelzen, tanzten elfenhafte und insektenartige Wesen zu träumerischer Musik über die Bühne. Die international bekannten Stelzenläufer aus München nach Darmstadt zu bringen, war Welsch ein persönliches Anliegen. „Ich interessiere mich selbst dafür und hatte die Idee schon lange, so etwas mal auf dem Heinerfest zu machen“, erklärte sie. Dem Publikum gefiel es: Das Revue-Finale verwandelte sich in ein Blitzlichtgewitter. Kaum hatten die Darsteller die Bühne verlassen, explodierte über den Köpfen der Zuschauer die erste Rakete. Erstmalig wurde das Feuerwerk mit Musik unterlegt – und die Farbenpracht der Feuerwerkskörper, gepaart mit Klängen von Ozzy Osbournes „Dreamer“ und Gloria Gaynors „I will survive“, erzeugte ein Gänsehautgefühl. Mit dem symphonischen Pop-Song „Music was my first love“ steigerte sich das Schauspiel am Himmel zum grandiosen Finale. Ein Zuschauer fasste seine Eindrücke treffend zusammen: „Das war einfach nur großartig.“ babs 5.7.2006
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