

Bis die Hände schmerzen
DARMSTÄDTER ECHO / 03.03.2004 Perkussion - Ein imposanter Querschnitt - Konzert der Darmstädter Akademie für Tonkunst in der Orangerie: „Djerimba" und Schlagzeug-Ensemble der Fachschule, sowie „Scottish Drumcorps"VON MARC MANDEL Pascal Klaiber spielt auf der Marimba beim Konzert der Schlagzeugklassen der Akademie für Tonkunst am vergangenen Montag in der Darmstädter Orangerie. foto: Dagmar mendel
DARMSTADT. „Die Perkussion gehört zum Besten, was die Akademie für Tonkunst zu bieten hat", sagt ihr Direktor Hartmut Gerhold. Und damit meint er sowohl das „Djerimba-Ensemble" und das „Scottish Drumcorps" der Städtischen Musikschule als auch das Schlagzeug-Ensemble der Fachschule. Es gehört zur Methode dieser Akademie, die Schüler und Studierenden so bald wie möglich an einem so genannten Vorspiel („Recital") teilnehmen zu lassen. Dort können die Begabtesten unter ihnen gemeinsam mit etablierten Künstlern auftreten. Dies motiviert sie nicht nur, sondern nimmt ihnen auch die Scheu vorm Publikum. Zu einem solchem Event hatte die Akademie am Montag in die Darmstädter Orangerie eingeladen. „Wir bieten Ihnen einen repräsentativen Querschnitt dessen, was heute mit dem Schlagzeug möglich ist", hatte Gerhold versprochen. Am buntesten trieb es dabei das „Djerimba-Ensemble" der Musikschule. Der Name ist ein Kunstwort aus Djembe", einer afrikanischen Trommel, und Marimba, der Guatemala-Variante eines Vibraphons. Darüber hinaus benutzen die jungen Musiker alles, womit man Perkussionsgeräusche und -klänge erzeugen kann - bis hin zum eigenen Körper. Mit einigen Instrumenten lassen sich auch kleine Melodien zaubern, wie aus dem „Hang", ei ner Schweizer Abart der „Steeldrum". Am Montag erklangen auch zwei australische Didgeridoos und ein karibisches Muschelhorn. Das Schlagzeug-Ensemble der Fachschule unter Jens Knoop mutet geradezu professionell an. Die Dynamik und das Zusammenspiel haben in dieser Gruppe eine Perfektion erreicht, die ihresgleichen suchen - zumal ja hier naturgemäß die Fluktuation besonders groß ist, finden doch die meisten Studierenden schon nach wenigen Semestern ein neues berufliches Umfeld. Dass die Akademie überhaupt solch eine bundesweit beachtete Perkussionsabteilung hat, führt ihr Leiter auf den ehemaligen Solopauker des Staatstheaters Hans Rossmann zurück. Seine Stelle hat Berthold Anhalt übernommen - sowohl in der Akademie als auch im Theater. Seither ist er vor allem durch sein „Scottish Drumcorps" in die Öffentlichkeit getreten. Und was wäre eine Perkussions-Nacht der Akademie ohne diese Formation? Wie Gerhold betont, ist eine solche „Marching Band" weder in den tausend deutschen Musikschulen noch in den dreißig Musikakademien wiederzufinden. Stilecht treten die Trommlerinnen und Trommler in Blusen, Westen, Krawatten, Kniestrümpfen und dem unvermeidlichen Kilt, dem Schottenrock auf. So nehmen sie schon mit ihrer äußeren Erscheinung den exakt vorgetragenen Rhythmen die militärische Schärfe. Wenn sie ihre Stöcke durch die Luft wirbeln und ein Crescendo (langsames Anschwellen der Lautstärke) vorführen, folgt enthusiastischer Zwischenapplaus. Keiner der 350 Zuhörer verlässt den Saal vor der letzten Zugabe - und sie klatschen weiter, bis die Hände schmerzen. 
Über Uns | Fotogalerie | Gästebuch | Jugend Musiziert | Kontakt | Links | Presse | Impressum | Termine |